Bauschaden-Atlas Schnaittach
Welche Bauschäden auftreten, hängt in Schnaittach stark vom Stadtteil ab. Der Grund ist die Bauepoche. Ein Gründerzeit-Altbau versagt an anderen Stellen als eine Siedlung der 1970er Jahre oder ein Neubaugebiet der 1990er. Dieser Atlas fasst zusammen, welche Bausubstanz in welchem Stadtteil von Schnaittach dominiert und welche Schäden dort typischerweise auftreten.
Die Angaben dürfen mit Quellenangabe zitiert werden. Stand: Juli 2026.
Bauepochen und Schäden in Schnaittach im Überblick
| Stadtteil | Bauepoche | Bausubstanz | Häufigster Schaden |
|---|---|---|---|
| Marktkern | 16. bis 19. Jahrhundert, mit Überformungen des 20. Jahrhunderts | Der gewachsene Kern liegt im Tal der Schnaittach. Prägend sind die ehemalige Synagoge, heute Jüdisches Museum Franken, die Kirche St. Kunigund und die Christuskirche sowie Reste der jüdischen Quartiersstruktur des 16. Jahrhunderts. Bestimmend sind verputzte Massivbauten mit Sandsteinsockeln und Sandsteingewänden, teils mit Fachwerk in den Obergeschossen, dazu Gewölbekeller. | Absanden, Salzausblühungen und schalenartiges Abplatzen des Sandsteins an Sockeln, Gewänden und Portalen |
| Osternohe | Burgruine, Dorfkern des 17. bis 19. Jahrhunderts, jüngere Wohnbebauung | Seit Mitte des 14. Jahrhunderts als Amtssitz belegt. Die Herren von Osternohe saßen zunächst unten im Dorf und errichteten später ihre Burg auf dem Schloßberg, wo heute die Ruine steht. Das Dorf liegt am Hang, mit Hofstellen und Wohnhäusern aus Sandstein und Kalk-Bruchstein, teils mit Fachwerk, dazu Wohnbebauung jüngeren Datums. | Drückendes Hang- und Schichtenwasser an den bergseitigen Kellerwänden, weil Drainage und Außenabdichtung fehlen |
| Kirchröttenbach | Wehrkirche mit mittelalterlichem Kern, dörflicher Bestand des 18. und 19. Jahrhunderts | Ortsteil westlich von Schnaittach an der Grenze zu Eckental, 1054 erstmals urkundlich erwähnt. Prägend ist die Kirche St. Walburga, eine ehemalige Wehrkirche, die im 18. Jahrhundert zum Wallfahrtsort wurde. Ringsum stehen Hofstellen und Wohnhäuser aus Sandstein mit Fachwerk in Obergeschossen und Giebeln, dazu jüngere Wohnbebauung. | Aufsteigende Feuchte und Salzbelastung im Sandsteinmauerwerk der Wehrkirche und der Kirchhofmauer |
| Hormersdorf | Dorfkern des 18. und 19. Jahrhunderts, Wohnbebauung der Nachkriegszeit | Ortsteil nordwestlich von Schnaittach. Landwirtschaftlich geprägter Kern mit fränkischen Sandsteinhäusern, Fachwerkscheunen und geschlossenen Hofstellen. Am Ortsrand stehen Ein- und Zweifamilienhäuser der Nachkriegsjahrzehnte. | Befall der Dachstühle und des Scheunenfachwerks durch Hausbock und Nagekäfer |
| Lillinghof | Ländliche Bausubstanz des 18. und 19. Jahrhunderts | Kleiner, landwirtschaftlich geprägter Ortsteil auf der Höhe östlich von Schnaittach, oberhalb der Kalksteingrenze von rund 400 Metern. Bestimmend sind Hofstellen mit Wohnstallhäusern aus Kalk-Bruchstein, dazu Scheunen und Stadel mit hölzernen Tragwerken. | Schlagregen- und Frostbelastung der exponierten Bruchsteinbauten auf der Höhe, in der Folge Frostabplatzungen und ausgewaschene Fugen |
| Freiröttenbach | Dörflicher Bestand des 19. Jahrhunderts, Wohnbau ab den 1960er Jahren | Ortsteil südwestlich von Schnaittach im Tal. Gewachsener Kern mit verputzten Sandsteinbauten und ehemaligen Hofstellen, daran anschließend Ein- und Doppelhäuser der Nachkriegsjahrzehnte in Massivbauweise. | Feuchte Keller und durchnässte Bodenplatten in der Tallage, wo Lehm- und Sandböden Sickerwasser stauen |
Die Stadtteile im Einzelnen
Welche Bauschäden sind in Marktkern typisch?
In Marktkern dominiert Der gewachsene Kern liegt im Tal der Schnaittach. Prägend sind die ehemalige Synagoge, heute Jüdisches Museum Franken, die Kirche St. Kunigund und die Christuskirche sowie Reste der jüdischen Quartiersstruktur des 16. Jahrhunderts. Bestimmend sind verputzte Massivbauten mit Sandsteinsockeln und Sandsteingewänden, teils mit Fachwerk in den Obergeschossen, dazu Gewölbekeller. aus der Zeit 16. bis 19. Jahrhundert, mit Überformungen des 20. Jahrhunderts. Der häufigste Schaden ist absanden, Salzausblühungen und schalenartiges Abplatzen des Sandsteins an Sockeln, Gewänden und Portalen. Diese vier Muster treten dort am häufigsten auf:
- Absanden, Salzausblühungen und schalenartiges Abplatzen des Sandsteins an Sockeln, Gewänden und Portalen
- Aufsteigende Feuchte im Innenputz der Erdgeschosse, weil in der historischen Bebauung eine wirksame Horizontalsperre fehlt
- Verdecktes Fachwerk in den Obergeschossen mit Schwellenfäule und geschädigten Ständern unter jüngeren Verkleidungen und Zementputzen
- Feuchte Keller und Sockel in der Talsohle der Schnaittach, wo der Grundwasserstand hoch steht und Hochwasser bis in die Bebauung reicht
Postleitzahl 91220.
Welche Bauschäden sind in Osternohe typisch?
In Osternohe dominiert Seit Mitte des 14. Jahrhunderts als Amtssitz belegt. Die Herren von Osternohe saßen zunächst unten im Dorf und errichteten später ihre Burg auf dem Schloßberg, wo heute die Ruine steht. Das Dorf liegt am Hang, mit Hofstellen und Wohnhäusern aus Sandstein und Kalk-Bruchstein, teils mit Fachwerk, dazu Wohnbebauung jüngeren Datums. aus der Zeit Burgruine, Dorfkern des 17. bis 19. Jahrhunderts, jüngere Wohnbebauung. Der häufigste Schaden ist drückendes Hang- und Schichtenwasser an den bergseitigen Kellerwänden, weil Drainage und Außenabdichtung fehlen. Diese vier Muster treten dort am häufigsten auf:
- Drückendes Hang- und Schichtenwasser an den bergseitigen Kellerwänden, weil Drainage und Außenabdichtung fehlen
- Setzungsrisse an Gebäuden und Stützmauern in der Hanglage, weil Sandstein, Lehm und Kalkstein unterschiedlich tragfähig sind
- Frostabplatzungen und ausgewaschene Fugen an Bruchstein- und Stützmauern in exponierter Lage
- Schwellen- und Balkenfäule an den Fachwerkteilen der alten Hofstellen und Scheunen
Postleitzahl 91220.
Welche Bauschäden sind in Kirchröttenbach typisch?
In Kirchröttenbach dominiert Ortsteil westlich von Schnaittach an der Grenze zu Eckental, 1054 erstmals urkundlich erwähnt. Prägend ist die Kirche St. Walburga, eine ehemalige Wehrkirche, die im 18. Jahrhundert zum Wallfahrtsort wurde. Ringsum stehen Hofstellen und Wohnhäuser aus Sandstein mit Fachwerk in Obergeschossen und Giebeln, dazu jüngere Wohnbebauung. aus der Zeit Wehrkirche mit mittelalterlichem Kern, dörflicher Bestand des 18. und 19. Jahrhunderts. Der häufigste Schaden ist aufsteigende Feuchte und Salzbelastung im Sandsteinmauerwerk der Wehrkirche und der Kirchhofmauer. Diese vier Muster treten dort am häufigsten auf:
- Aufsteigende Feuchte und Salzbelastung im Sandsteinmauerwerk der Wehrkirche und der Kirchhofmauer
- Gefachrisse und ausgewaschener Kalkputz an den Fachwerkfassaden der Hofstellen
- Absanden und Frostabplatzungen an Sandsteinsockeln, verstärkt durch nachträglich aufgebrachten Zementputz
- Fäulnis an den Balkenköpfen der Holzbalkendecken dort, wo sie in feuchtem Außenmauerwerk auflagern
Postleitzahl 91220.
Welche Bauschäden sind in Hormersdorf typisch?
In Hormersdorf dominiert Ortsteil nordwestlich von Schnaittach. Landwirtschaftlich geprägter Kern mit fränkischen Sandsteinhäusern, Fachwerkscheunen und geschlossenen Hofstellen. Am Ortsrand stehen Ein- und Zweifamilienhäuser der Nachkriegsjahrzehnte. aus der Zeit Dorfkern des 18. und 19. Jahrhunderts, Wohnbebauung der Nachkriegszeit. Der häufigste Schaden ist befall der Dachstühle und des Scheunenfachwerks durch Hausbock und Nagekäfer. Diese vier Muster treten dort am häufigsten auf:
- Befall der Dachstühle und des Scheunenfachwerks durch Hausbock und Nagekäfer
- Feuchte- und Wärmeschutzmängel bei der Umnutzung landwirtschaftlicher Gebäude zu Wohnraum
- Fehlende Horizontalsperre in den Sandsteinsockeln des Ortskerns mit Salzschäden am Innenputz
- Wärmebrücken an Betonstürzen, Rollladenkästen und Deckenrändern der Siedlungshäuser mit Schimmel an den Fensterlaibungen
Postleitzahl 91220.
Welche Bauschäden sind in Lillinghof typisch?
In Lillinghof dominiert Kleiner, landwirtschaftlich geprägter Ortsteil auf der Höhe östlich von Schnaittach, oberhalb der Kalksteingrenze von rund 400 Metern. Bestimmend sind Hofstellen mit Wohnstallhäusern aus Kalk-Bruchstein, dazu Scheunen und Stadel mit hölzernen Tragwerken. aus der Zeit Ländliche Bausubstanz des 18. und 19. Jahrhunderts. Der häufigste Schaden ist schlagregen- und Frostbelastung der exponierten Bruchsteinbauten auf der Höhe, in der Folge Frostabplatzungen und ausgewaschene Fugen. Diese vier Muster treten dort am häufigsten auf:
- Schlagregen- und Frostbelastung der exponierten Bruchsteinbauten auf der Höhe, in der Folge Frostabplatzungen und ausgewaschene Fugen
- Aufsteigende Feuchte und Salzausblühungen im Kalksteinmauerwerk der Wohnstallhäuser
- Wasser in Kellern und Nebengebäuden nach Starkregen, weil Oberflächenwasser auf der verkarsteten Hochfläche schnell zusammenläuft
- Fäulnis an Sparrenfüßen und Traufbereichen der wenig unterhaltenen Wirtschaftsgebäude
Postleitzahl 91220.
Welche Bauschäden sind in Freiröttenbach typisch?
In Freiröttenbach dominiert Ortsteil südwestlich von Schnaittach im Tal. Gewachsener Kern mit verputzten Sandsteinbauten und ehemaligen Hofstellen, daran anschließend Ein- und Doppelhäuser der Nachkriegsjahrzehnte in Massivbauweise. aus der Zeit Dörflicher Bestand des 19. Jahrhunderts, Wohnbau ab den 1960er Jahren. Der häufigste Schaden ist feuchte Keller und durchnässte Bodenplatten in der Tallage, wo Lehm- und Sandböden Sickerwasser stauen. Diese vier Muster treten dort am häufigsten auf:
- Feuchte Keller und durchnässte Bodenplatten in der Tallage, wo Lehm- und Sandböden Sickerwasser stauen
- Absanden und Salzausblühungen am Sandsteinmauerwerk der Sockel, verstärkt durch dichte Zementputze
- Versprödete Bitumenanstriche als einzige Kellerabdichtung der Wohnhäuser aus den 1960er und 1970er Jahren
- Undichte, flach geneigte Garagen- und Anbaudächer mit gealterten Bitumenbahnen und stehendem Wasser
Postleitzahl 91220.
Was die Bausubstanz von Schnaittach prägt
- Zwei Baugrundwelten auf engem Raum: In den Tallagen stehen Sandstein sowie Sand und Lehm an, oberhalb von etwa 400 Metern Höhe tritt Kalkstein auf. Mauerwerksarten, Baugrundverhalten und Schadensbilder unterscheiden sich entsprechend deutlich zwischen Marktkern und den Ortsteilen auf der Höhe.
- Sandstein ist der prägende Baustoff der Tallagen. Der poröse Stein nimmt Wasser kapillar auf und reagiert empfindlich auf Salze, Frost und dichte Zementputze. Absanden und Abplatzen an Sockeln und Gewänden ist das häufigste Schadensbild.
- Der Marktkern liegt in der Talsohle der Schnaittach. Dort stehen Keller und Bodenplatten unter hoher Bodenfeuchte, Hochwasser reicht bis in die Bebauung.
- Die Ortsteile an den Talflanken und auf den Höhen liegen in Hanglage. Drückendes Schichtenwasser an bergseitigen Kellerwänden und Setzungen durch wechselnd tragfähigen Untergrund sind dort die wiederkehrenden Themen.
- Fachwerk in Obergeschossen und Giebeln ist im Marktkern und in den Dorfkernen verbreitet, häufig verdeckt unter jüngeren Verkleidungen und Zementputzen. Schäden an Schwellen und Ständern fallen dort oft erst spät auf.
Warum die Bauepoche über die Schäden entscheidet
Jede Bauepoche hat ihre Schwachstellen, und sie wiederholen sich. Fachwerk versagt an der Schwelle, Sandstein sandet ab, Gründerzeitbauten leiden an Holzbalkenköpfen und aufsteigender Feuchte, Nachkriegsbauten an Wärmebrücken und Flachdächern, Neubauten an Restfeuchte und zu dichter Gebäudehülle. Wer weiß, in welcher Epoche ein Haus gebaut wurde, weiß, wo er zuerst hinschauen muss.
Was eine Begutachtung kostet, steht im Ratgeber: Was kostet ein Bausachverständiger? Der Stundensatz liegt zwischen 90 und 180 Euro, die Gesamtkosten beginnen bei 750 Euro und richten sich nach Objekt und Umfang.
